Wie selbstverteidigungsfähig sind Sie?

Heute war mir einmal danach mit einem gänzlich anderem Thema aufzuwarten, das in gewisser Weise auch etwas mit "Gesundheit" zu tun hat. Kampfkünste sehen sich als Methode den Körper gesund zu erhalten. Der Kampf ist dabei das äußerste und letzte Mittel zur Schadensabwehr.

 

Aber fangen wir doch gleich mit dem Test an:

 

Sehen Sie sich das folgende Bild an. Stellen Sie sich vor, das sind Sie.

 

Stellen Sie sich vor, das Undenkbare ist passiert und zufällige, rohe, asoziale Gewalt bricht über Sie herein.

 

Was würden Sie in dieser Situation tun?

 

Bevor Sie weiterlesen: denken Sie wirklich darüber nach. Was ist Ihre erste Handlung?

 

 

Ich sage Ihnen einmal, was ich machen würde:

 

Ich würde den Würgegriff verstärken und meine Knie zwischen die Beine meines Angreifers schmettern. Von hier aus gibt es eine Reihe weiterer, unschöner Optionen, deren Beschreibung ich Ihnen ersparen möchte.

 

Wenn Sie so ticken, wie 90% aller Menschen, denen man dieses Foto zeigt, werden Sie jetzt gedacht haben: "Ups, ich dachte ich bin der, der gewürgt wird!".

 

Und das ist ein Problem. Sie haben sich als das Opfer gesehen, das sich gegen einen Angriff wehren muss. Das zeigt, dass Sie nur bedingt wehrfähig sind, denn in Ihrem Innersten sehen Sie sich als Opfer.

 

Zeigt man dieses Bild echten Gewalttätern, sehen die sich immer als die Person links - also als Angreifer.

 

Das bedeutet: Noch bevor irgendein Kampf beginnt hat sich der Angreifer schon mental in eine günstigere Position gebracht - er ist aktiv, macht die erste Aktion und der andere muss dann gucken, wie er damit klar kommt.

 

Die Einstellung, das richtige Mindset, ist hier von entscheidender Bedeutung. Wenn es einmal zu einer solchen Situation kommt, müssen Sie Angreifer sein, nicht Verteidiger. Sie werden so zu einem Albtraum Ihres Gegenübers.

 

Ich rede hier natürlich von einer Situation in der es um Leben oder Tod geht. Selbstverteidigung fängt ja nicht erst an, wenn man angegriffen wird - sondern viel eher.

 

Da ist es zunächst entscheidend, dass Sie Gefahrensituationen erkennen. Das setzt auch voraus, dass Sie Ihre Umgebung wahr nehmen. Wer mit gesenktem Kopf, auf sein Handy starrend und Kopfhörern in den Ohren durch die Stadt läuft, zeigt, dass er oder sie stark zivilisationsgeschädigt ist.

 

Sie gehen einfach davon aus, dass Ihnen schon nichts passieren wird. Glücklicherweise ist das meistens auch so.

 

Klüger ist es jedoch sich seiner Umgebung bewusst zu sein. Nur so bemerken Sie, wenn etwas nicht stimmt. Sie können dann Gefahrensituationen umgehen. Was mich zum nächsten Punkt bringt.

 

In der Natur zieht jedes Tier immer die Flucht vor. Selbst ein Tiger, der Sie ganz locker auseinandernehmen kann, wird bei Gefahr erst einmal fliehen. Das hat gar nichts mit Feigheit zu tun, sondern ist das natürlichste aller Selbstverteidigungsmittel und uns genetisch eingepflanzt. Wenn es geht gucken Sie also, dass Sie fort kommen. Das setzt natürlich voraus, dass Sie körperlich dazu in der Lage sind. Je besser Sie schnell laufen können, umso besser

 

(Lesen Sie dazu nochmal meinen Artikel "Wie fit müssen Sie sein?").

 

Erst, wenn Sie keine Möglichkeit der Flucht mehr haben, gehen Sie zum Kampf über. Dann aber ohne Kompromisse. Hier ist das Mindset von entscheidender Bedeutung. Sehen Sie sich als Opfer, schwinden Ihre Chancen heil aus der Situation herauszukommen ganz rapide (mit "heil" meine ich lebend bzw. als Sieger. Wenn Sie glauben, dass Sie ohne Blessuren aus einem echten Kampf hervorgehen, haben Sie zu viele Actionfilme geguckt).

 

Ganz wichtig also: Kein Opfer sein. Es gibt dieses schöne Bild als Warnung an Einbrecher. Darauf ist eine Pistole zu sehen und darunter der Text: "Die Haustür ist übrigens zu DEINEM Schutz verschlossen!".

 

That's the spirit! 

 

Bildnachweis:

Das obige Bild habe ich übrigens dem sehr empfehlenswerten Buch "When violence is the answer" von Tim Larkin entnommen. Unbedingte Leseempfehlung, wenn Sie sich für das Thema Selbstverteidigung interessieren.

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