Das verraten Ihre Augen über Ihren Körper

Die Augen sind ein Fenster ... nein, nicht zur Seele, sondern zu Ihrem Gehirn.

 

Die Augen liefern dem Nervensystem Live-Daten über Ihre Position im Raum, das dann die myo-fasziale System aktiviert, um gegen die Schwerkraft für eine Aufrichtung zu sorgen.
Dreidimensionales Sehen entsteht, weil unsere beiden Augen sich nebeneinander befinden und aufgrund der unterschiedlichen Positionen im Kopf ein jeweils leicht anderes Bild der Welt auf der Netzhaut abbilden. Das Hirn überlagert diese unterschiedlichen Bilder und erzeugt daraus ein 3-dimensionales Bild.

 

Das Gehirn ist nun kein isoliertes Organ, sondern ist über Nervenbahnen direkt mit Ihrem restlichen Körper und auch Ihrem Fasziennetz verbunden. 

 

Bestimmte "Fehlstellungen" im Körper können mit einem gewissen Ungleichgewicht in Ihrer - halten Sie sich fest - Augenmuskulatur zusammenhängen!

 

Konvergenz ist die Fähigkeit, sich auf ein Ziel zu konzentrieren, eine Aufgabe, die von den 6 extra-okularen Muskeln um die Augen herum gesteuert wird (davon gibt es insgesamt 12). Ein Ungleichgewicht zwischen diesen Effektoren verändert Ihre Wahrnehmung der Umwelt, indem es zwei zur stark unterschiedliche Bilder an das Gehirn sendet.

 

Haltung bzw. Körperstruktur ist die Antwort des Gehirns auf Daten, die von den Augen und Füßen kommen. Eine Rotation der Hüfte oder die Erhebung einer Schulter kann eine Diskrepanz zwischen diesen Sensoren anzeigen.

 

Machen Sie dazu den folgenden Test:

 

Nehmen Sie einen Kugelschreiber oder einen Bleistift. Lassen Sie nun eine andere Person diesen Stift auf Ihre Nase zu bewegen, bis er die Nase berührt, während Sie mit beiden Augen den Stift verfolgen. Wenn der Stift die Nase berührt, schaut sich Ihr Gegenüber Ihre Augen an. Wenn die Augen gleich stehen, ist alles gut. Wenn ein Auge "schielt" und das andere eine deutlich sichtbare andere Position einnimmt, dann liegt hier eine unterschiedliche Funktionsfähigkeit der extra-okularen Muskeln vor.

 

Wenn bspw. Ihr linkes Auge ganz innen steht, Ihr rechtes aber deutlich weiter in der Mitte, so ist das rechte Auge betroffen.

 

Eine solche Dysbalance kommt bspw. von Gehirnerschütterungen oder Schädeltraumata, die die Augenkonvergenz dysregulieren.

 

In dem folgenden Youtube-Video finden Sie eine Übung, die Sie 3 x täglich (morgens, mittags, abends) für jeweils 30 Sekunden durchführen, bis sich eine Veränderung einstellt.

 

 

 

 

Falls Sie noch eine wissenschaftliche Bestätigung brauchen, bevor Sie den Test und die Übungen machen, dann lesen Sie diese Studie von Jean-Pierre Roll aus dem Jahr 1986. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Asymmetrie der Spannung in den extra-okularen Muskeln zu Haltungsschäden führte.

 

Lassen Sie sich das einmal auf der Zunge zergehen: Sie können durch Augenübungen einen Einfluss auf Ihre Körperstruktur nehmen!

 

Schauen Sie also tief in Ihre Augen, wenn Sie mit Ihrer Körperstruktur und Schmerzen kämpfen. Ihr Gehirn könnte verzweifelt daran arbeiten, aus zwei verschiedenen Augenbildern und den Daten aus den Füßen irgendwie einen Sinn zu machen.

 

Bildnachweis: Dan Ox, "cross eyed", flickr.com, CC BY-SA 2.0

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