Luft und Laune

Haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt, warum viele (oder vielleicht alle?) Menschen sich an Orten mit Wasser besonders wohlfühlen? Sei es ein klarer Gebirgsbach, ein See oder auch das Meer.
Haben Sie sich nicht auch schon einmal an einem warmen Sommertag irgendwo im Wald an einen murmelnden Bach gesetzt und wollten da gar nicht mehr weg?
Wir lassen einmal die Tatsache beiseite, dass Wasser DAS Lebenselexier überhaupt ist. Ohne Wasser wäre Leben gar nicht möglich: Was macht die Kraft solcher Wasserorte aus?
Ein mögliche Erklärung dafür ist, dass das Wasser (zusammen mit der Sonne) die Luft auf natürliche Weise negativ ionisiert. 
Negative Ionen sind Sauerstoffatome, die mit einem zusätzlichen Elektron geladen sind. Die besondere Luft an einem kühlen Gebirgsbach oder auch der Geruch nach einem klärenden Sommerregen haben etwas mit der negativen Ionisierung der Luft zu tun.
Von dieser negativen Ionisierung nimmt man an, dass sie sich positiv auf Gemütszustände auswirkt.

So gibt es verschiedentlich Untersuchungen zu den Auswirkungen einer negativen Ionisierung auf Depression. 
In einer Meta-Analyse ("Air ions and mood outcomes: a review and meta-analysis.") von Veröffentlichungen zum Thema Luftionisierung zwischen 1957 und 2012, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Ergebnisse zwar nicht immer ganz konsistent sind, dass aber der Zusammenhang zwischen hochdosierter negativer Ionisierung und Reduktion von Depression stark genug ist, dass es weitere Untersuchungen rechtfertigt. 
Die Wirkungen der negativen Ionisierung der Luft etwa durch Salzlampen sind also keineswegs ausschließlich im Bereich der Esoterik anzusiedeln. Für den häuslichen Gebrauch gibt es ja auch verschiedene, recht preiswerte, elektrische Luftreiniger mit Ionisierungsfunktion. 
Insofern also: Raus ans Wasser und gute Laune bekommen!
Bildnachweis: Tom Hall, "waterfall", flickr.com, Creative Commons BY 2.0