Funktionalität

Wie Sie ja wissen, bin ich der Ansicht, dass Bewegung und "Sport" sowie jegliche "Übungen" stets funktional sein müssen. Heute möchte ich etwas näher auf den Begriff der "Funktionalität" eingehen. 

 

Der Begriff "Funktionalität" hat zwei Bedeutungsmöglichkeiten - jedenfalls bei mir. 

 

Zum Einen beziehe ich mich damit auf eine grundlegende, allen Menschen eigene Funktionalität. Dazu gehört das menschliche Grundbewegungsmuster, das Falten. 

 

Schauen Sie sich das folgende Bild an. Sie sehen auf der linken Seite eine Person deren Struktur entlang einer gedachten senkrechten Linie optimal ist. Die Knöchel sind leicht hinter dieser Senkrechten, die Knie davor, der Mittelpunkt des seitlichen Beckens dahinter und der seitliche Mittelpunkt der Schulter wieder davor (Rechts sehen Sie eine Person, deren Struktur verschoben ist, mit dem Resultat eines vor geneigten Kopfes und einer konkaven, statt konvexen Vorderlinie). 

 

Das menschliche Grundbewegungsmuster sieht nun , dass diese Achsen (Knöchel, Knie, Hüfte, Schultern) aufeinander zu bewegt werden. Das geschieht, indem man das Becken nach hinten bewegt, den Vorderkörper lang macht und die Knie beugt. Während die eine Endposition das Stehen ist, ist die andere Endposition das Hocken. 

 

 

 

 

Jede Übung, jedes Training, welches dieses Grundbewegungsmuster enthält und unterstützt ist für jeden Menschen funktional (das ist bspw. beim Kettlebell-Training der Fall). Gleiches gilt für das Gehen. Das ist ebenso für jeden Menschen gleich funktional. 

 

Nun gibt es aber noch eine individuelle Funktionalität. Die Anforderungen an einen Boxer sind andere als die an einen Schwimmer oder einen Marathonläufer. Funktional in diesem Sinne meint, dass man die Bewegungen trainiert, die für diese speziellen Zusammenhang entscheidend ist. So ist das Bankdrücken zum Training der Brustmuskulatur für einen Schwimmer vollkommen sinnbefreit (ebenso für einen Boxer und noch mehr für einen Marathonläufer). Einen Schwimmer würde ich immer schwimmen lassen. Von mir aus in einer Gegenstromanlage oder mit sonstigem Widerstand. Alles andere kann er sich sparen. 

 

Funktionalität hat also zwei Aspekte:

  1. einen grundlegenden Aspekt, der für alle Menschen gleich ist. Das wird einfach durch die Anatomie vorgegeben.
  2. einen individuellen Aspekt. Je nach Vorliebe haben wir unterschiedliche Anforderungen an das, was "Funktionalität" meint. Ein Gerüstbauer braucht eine andere Funktionalität als ein Chirurg. Beide sollten aber "falten" können.

Aus dem Gesagten lässt sich auch gleich folgern, dass für die breite Masse nur jene Sportarten oder Übungen relevant sind, die sich an einer grundlegenden Funktionalität ausrichten. Radfahren gehört bspw. nicht dazu. Denn die Bewegungen des Radfahrens sind nicht natürlich und ansonsten zu nichts nutze: Außer zum Radfahren.

Bildnachweis:

  1. Erich Ferdinand, "noblemen" via flickr.com, Creative Commons BY 2.0
  2. Peter Scholten

Kommentar schreiben

Kommentare: 0