Wie gesund ist Salz?

Wir haben es alle schon einmal gehört: Man muss mit seinem Salzkonsum vorsichtig sein, sonst bekommt man Herzinfarkt und hohen Blutdruck. Vor allem als Herzpatienten müssen Sie auf eine salzarme Ernährung achten.

Was wäre, wenn genau das Gegenteil der Fall ist? Wenn zu wenig Salz eine Rolle bei einer Vielzahl von sog. Zivilisationserkrankungen spielt?

Dr. James Nicolantonio, ein führender Forscher auf dem kardiovaskulären Gebiet, hat ein Buch über Salz mit dem Titel "The Salt Fix" geschrieben.

Nicolantonio räumt mit einer Vielzahl von Irrtümern auf und zeigt, dass Salz elementar ist. Er zeigt auch, dass die Empfehlung möglichst wenig Salz zu konsumieren zu keinem Zeitpunkt eine solide wissenschaftliche Grundlage hatte.

Salz und Bluthochdruck

 

Diejenigen, die eine verminderte Salzaufnahme empfahlen, waren vor allem am Thema Blutdruck interessiert. Dabei ließen sie außer acht, dass die blutdrucksenkende Wirkung verringerten Salzkonsums nur auf einen kleinen, sensiblen Teil der Bevölkerung zutrifft. Für den großen Rest ist das vollkommen irrelevant. Zwar senkt sich der Blutdruck um vielleicht 2% - was bei geringer Salzaufnahme nicht unbedingt gesund sein muss, denn das zeigt in der Regel an, dass das Blutvolumen geringer oder man dehydriert ist.

 

Die Organe müssen dann stärker arbeiten und die Sauerstoff und Nährstoffversorgung ist gestört. Gleichzeitig erhöht sich bei zu geringer Salzaufnahme aber auch die Herzfrequenz um 10%. Das stresst das Herz und die Arterien und kann letztendlich zu genau dem führen, was eigentlich verhindert werden soll.

Auf der Basis seiner Erfahrungen als Arzt und als Ergebnis seiner extensiven Forschungen kommt Nicolantonio zu folgenden Aussagen über Salz:

 

  • Salz verbessert den Geschmack - salzarmes Essen schmeckt eben nicht (wer hätte das gedacht?)
  • Unsere Körper wurden im Verlauf der Evolution auf Salzaufnahme geeicht
  • Zu geringe Salzaufnahme ist gefährlich. Sie erhöht die Herzfrequenz, verschlechtert die Nieren- und Nebennierenfunktion, erhöht Triglyceride im Blut und den Insulinspiegel. All das kann zu Insulinresistenz und letztlich auch Diabetes Typ 2 führen.
  • Salz ist eher die Lösung bei der Verringerung von Zivilisationskrankheiten
  • Das viel gefährlichere weiße Kristall ist Zucker

Nicolantonio beschreibt die Wichtigkeit von Salz folgendermaßen (meine Übersetzung):

 

"Wir brauchen Salz um die optimale Blutmenge zu erhalten; es wird sogar vom Herz benötigt, um überhaupt Blut durch den Körper zu pumpen. Salz ist zwingend notwendig für die Verdauung, die Zellkommunikation, Knochenbildung und -dichte und zur Vorbeugung von Dehydrierung. Natrium ist also kritisch für die Reproduktion, die ordentliche Funktion der Zellen und Muskeln und die optimale Übertragung von Nervenimpulsen zu den Organen hin und von ihnen weg wie bspw. Herz und Hirn. [...] Ohne ausreichend Natriumaufnahme, verringert sich unser Blutvolumen, das zum abschalten diverser Organe führen kann - wie etwa dem Gehirn oder den Nieren. Einfach ausgedrückt - wenn wir Natrium komplett aus unserer Nahrung verbannten, würden wir sterben.".

 

 

Wieviel Salz brauchen wir?

 

Aus der Forschung heraus wird angenommen, dass eine optimale Versorgung mit Natrium bei irgendwo zwischen 3 und 6 Gramm täglich liegt (zum Vergleich: die übliche Empfehlung liegt bei weniger als 1g). Das entspricht in etwa 7,5 - 15 Gramm Tafelsalz täglich (Salz besteht zu ca. 40% aus Natrium) oder 2,5 - 3,5 Teelöffel!

Grundsätzlich gilt, dass ein Mehr an Salz nicht weiter schädlich ist. Der Körper legt sogar Salzdepots etwa in der Haut an. Das kann Ihnen in bedrohlichen Situationen wie starkem Blutverlust oder Durchfall sogar das Leben retten.

Bestimmte Situationen können sogar eine noch höhere Natriumaufnahme, also mehr als 3-6 Gramm täglich, notwendig machen:

 

  • Wenn Sie viel Zucker konsumieren
  • Chronische Krankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion
  • Wenn Sie Medikamente einnehmen wie Diuretika (Harntreiber) oder solche, die eine harntreibende Wirkung haben wie bspw. manche Antidepressiva
  • Kaffeegenuss führt auch zu Salzverlust. Sicherlich nicht verkehrt den Morgenkaffee mit einer Prise Salz zu versehen (hebt sogar den Kaffeegeschmack, finde ich)
  • Starke körperliche Beanspruchung
  • Kohlenhydratarme Ernährung

Der tatsächliche Bedarf an Salz ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zum Glück aber verfügt Ihr Körper über feine Salzantennen und erhöht Ihren Appetit auf Salz, wenn es Ihnen fehlt. Wenn Sie also das nächste Mal Besuch haben und Ihr Besuch nicht aufhört den Salzstreuer zu schütteln (Sie haben doch auch solche Bekannten, oder?), dann wissen Sie, dass der Körper Ihres Besuchs das braucht.

 

Dr. Nicolantonio empfiehlt übrigens unraffinierte Salze zu verwenden, da diese noch zusätzliche Mineralien und Spurenelemente enthalten und nicht so stark chemisch bearbeitet sind wie das weiße Tafelsalz. Seine Empfehlung (in dieser Reihenfolge):

Wenn Sie tiefer in die Materie eintauchen möchten, empfehle ich Ihnen die Lektüre von "The Salt Fix":

 

Dr. James Nicolantonio The Salt Fix - Why the Experts Got it All Wrong and How Eating More Might Save Your Life

Als Taschenbuch bei Amazon

 

Bildnachweis: Larry Hoffman, "Salts", Creative Commons BY 2.0 via flickr.com

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