3 Bauchübungen die Sie NIEMALS machen sollten

Bauchübungen gehören wohl zum Standardprogramm in jedem Fitnessstudio. Vor allem Männer sind darauf bedacht unbedingt einen "Sixpack" zu bekommen. Er gilt als ästhetisch und als Zeichen von Kraft und Trainingsfleiss.

 

Der Sixpack-Bauch gehört zu jenen kulturellen "Errungenschaften" die die natürliche Funktion des Körpers negieren.

 

Schauen Sie sich den jungen Mann auf folgenden Foto einmal an. Sie sehen wie sich sein Brustkorb stark nach unten senkt und in der Folge recht flach wird. Das hat wiederum zur Folge, dass dieser Mann in einem starken Rundrücken kommt. Nun könnte man sagen, dass er ja hier lediglich für die Kamera posiert. Stimmt, denn wenn er das nicht tut, wird es nämlich noch schlimmer.

Schauen Sie sich die trainierten Herren auf folgendem Bild einmal an. Die posieren gerade nicht, sondern sind praktisch "aus dem Hinterhalt" fotografiert worden. Ebenfalls - mehr oder weniger - Sixpack-Träger. Ich weiß nicht was Sie sehen, aber ich sehe da eine prächtige Ansammlung von Rundrücken.

 

Wie kommt das?

 

Schauen wir zunächst einmal auf die Anatomie der Bauchmuskulatur. Der Sixpack ("Waschbrettbauch" - nicht zu verwechseln mit "Waschbärbauch") entsteht, wenn Sie Ihren M. Rectus Abdominis verstärkt trainieren:

 

 

Der Rectus Abdominis besteht aus mehreren Sektionen mit seitlichen Sehnen. Er entspringt dem Becken und setzt oben am Brustkorb an. Dieser Muskel ist ein Beuger. Trainieren Sie also den geraden Bauchmuskeln, trainieren Sie das Beugen. Wird dieser Beuger aufgrund des Trainings dicker, wird er Sie in der Vorderseite stark beugen. Er wird dann den Brustkorb nach unten ziehen oder aber das Becken nach oben (und somit nach vorn). Oder beides gleichzeitig. Die Folge ist unweigerlich ein Rundrücken. Stellen Sie sich das so vor, als hätten Sie einen Strick am Becken und einen um den Hals. Wenn nun von unten jemand stark an diesem Strick zieht, kommt Ihr Oberkörper nach vorn.

 

Nur, wenn die Körpervorderseite lang ist, können Sie den Oberkörper überhaupt mühelos aufrichten.

 

Nun besteht die Bauchmuskulatur auch noch aus anderen Muskeln, nämlich dem M. Obliquus Externus, dem M. Obliquus Internus sowie dem M. Transversus.

 

Obliquus Externus und Obliquus Internus sind die schrägen Bauchmuskeln. Der Transversus ist der quere und tiefste Bauchmuskel.

 

Oft wird der gerade Bauchmuskel (also der "Sixpack"-Muskel) trainiert mit dem Ziel einer erhöhten Rumpfstabilität. Dabei verleiht gerade der quere Bauchmuskel dem Rumpf Stabilität.

 

Gerade wenn Sie aus ästhetischen Gründen einen flachen Bauch haben möchten, sollten Sie auf gar keinen Fall den geraden Bauchmuskel trainieren, denn dann erzeugen Sie Mukseldysbalancen und schwächen den Transversus. In der Folge geraten die geraden Bauchmuskeln unter Druck und wölben sich nach vorn. Es passiert also das Gegenteil des Beabsichtigten.

 

Tja, und Sie kommen eben in den Rundrücken.

 

Bereits vor fast 10 Jahren hat Frank W. Demann dazu folgendes ausgeführt:

 

"Von einem ästhetischen Makel abgesehen, führt ein runder Rücken zu degenerativen Veränderungen an der Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule. Es kommt auch zu Funktionseinschränkungen der inneren Organe. Vor allem die Lunge kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Die oberen Lungenspitzen reichen 1-2 cm über die Schlüsselbeine. Die Folgen des Rundrückens sind eine mangelnde Belüftung und eine eingeschränkte Selbstreinigung in diesen oberen Bereichen. Die Atemwelle als stärkste körpereigene Bewegung erreicht nicht mehr den oberen Bereich des Körpers. Die Muskulatur wird von innen immer weniger bewegt und versteift noch mehr. Jetzt so einen Menschen auf ein Laufband zu stellen und dort eine Leistungssteigerung herbeiführen zu wollen, grenzt an Körperverletzung."

 

Sie sollten also in jedem Fall ein Training des geraden Bauchmuskels besser meiden.

 

Von diesen 3 Übungen ist deshalb dringend abzuraten:

  1. Crunches. Die schlimmste aller Übungen. Sie schwächt den Beckenboden und beeinflusst den Beckenboden negativ.
  2. Sit-Ups. Mancher hat sich hiermit schon Rückenprobleme antrainiert.
  3. Beinheber. Bei dieser Übung liegen Sie auf dem Rücken und heben beide Beine gestreckt an. Manchmal auch mit Gewicht. Hierbei üben Sie einen hohen Druck auf die unteren Lendenwirbel aus und versteifen den sehr wichtigen Hüftbeuger (Psoas - dazu ein anderes Mal mehr).

 

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob es denn auch Übungen gibt, die Sie ausführen können.

 

Ja, die gibt es. Doch davon erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.

 

Bildnachweis

1. Bild - "George Armstrong Teamm8" von Terry George - flickr.com - Creative Commons BY-NC-ND 2.0

2. Bild - "With the arm tattoo" von Marc Love - flickr.com - Creative Commons BY-SA 2.0

3. Bild - "Rectus Abdominis muscle" von Christopher Johannson - Wikipedia - Creative Commons BY-SA 3.0